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ROVINJ

Die malerische Silhouette der Altstadt von Rovinj zählt heute zu den klassischen Motiven der touristischen Vielfalt Istriens, wenn nicht gar ganz Kroatiens. Wer sich diesem städtebaulichen Kleinod nähert und in seine lebhaften Gassen zwischen typisch mediterranen Häuserzeilen eintaucht, wird verstehen warum. So zeugt nicht nur die historische Bausubstanz der prägenden venezianischen Epoche vom reichen Kulturerbe, auch andere Spuren geben einen Hinweis auf die bewegte Historie.

Geschichte

Von der römischen Besiedelung als Teil der Region „Venetia et Histria“ bis zur Gegenwart hat Rovinj eine für die Region typische, sehr abwechslungsreiche Geschichte erlebt. Die günstige Lage im Golf von Venedig, an der Ostküste der Nordadria, machte die Stadt strategisch interessant für all jene Machthaber, die in der jeweiligen Epoche die Region für sich beanspruchten. In der nachrömischen Zeit hinterließ die byzantinische Epoche ebenso ihre Spuren wie die Herrschaft des Patriarchats von Aquileia.

Besonders prägend für Rovinj war das Wirken der Republik Venedig. Was mit einem Abkommen zum Schutz der Stadt vor Seeräubern seinen Anfang nahm, festigte sich erstmals Mitte des 12. Jahrhunderts mit dem Treueschwur gegenüber der Serenissima. Nach einem Wechselspiel der führenden Machtzentren an der Nordadria unterstützten die Venezianer Rovinj beim Aufstand gegen den Patriarchen von Aquileia und machten sich die Stadt 1283 schließlich untertan. Unter der Flagge von San Marco wuchs die Stadtbevölkerung im Laufe der Jahrhunderte so stark an, dass es eng wurde in Rovinj. Die Besiedelung des Inselhügels San Francesco, heute dominierender Teil der Altstadtsilhouette, intensivierte sich dank des im Jahre 1763 aufgeschütteten Kanals, wodurch die Insel mit dem Festland verbunden wurde. Der immer wieder im Stadtbild präsente Markuslöwe und der Campanile der Kirche der Hl. Euphemia auf dem Stadthügel zeugen von der langen venezianischen Epoche. Diese nahm mit der Kapitulation Venedigs im Jahr 1797 und der Einnahme von Rovinj durch österreichische Truppen ihr Ende.

Der Beginn des 19. Jahrhunderts war turbulent. Nach der Eroberung der Region durch Napoleon und einem kurzem Intermezzo des Kaiserreichs Italien gelang es 1815 wieder den Habsburgern ihren Machtanspruch zu festigen. Auch die folgende rund 100 Jahre dauernde Epoche nahm ihr jähes Ende – mit dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall der Donaumonarchie. Wie ganz Istrien, so wurde auch Rovinj 1918 dem Königreich Italien zugeschlagen. Es folgten die Wirren des Zweiten Weltkriegs, in denen auch die unbeteiligte Bevölkerung zwischen die Fronten der jugoslawischen Partisanen und italienischen Faschisten geriet. Nach der langwierigen Klärung der Grenzfragen in der Region um Triest und der Westküste Istriens in der Nachkriegszeit war Rovinj nun Teil von Jugoslawien und verblieb 1991 nach dem Zerfall des Staatenbunds bei der Republik Kroatien. Aufmerksame Besucher werden an den zweisprachigen Beschilderungen und dem mehrsprachigen Stimmengewirr in der Altstadt von Rovinj die Präsenz des romanischen Erbes und der heutigen italienischen Minderheit in Istrien erkennen

Sehenswürdigkeiten:
• Torbogen Arco dei Balbi
• Kirche der Hl. Euphemia
• Kapelle der Heiligen Dreieinigkeit
• Museum der Stadt Rovinj
• Aquarium des Instituts Ruder Boskovic
• Goldene Kap
• Ornithologische Reservat Palud

Standort

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